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Serie: Roadtrip Belgien

Kilometer 1433: Kortrijk, die zweite

Abreise bei Wevelgem, Aufbruch nach Kortrijk – das zweite Mal, nun aber wach. Ich konnte bis nach 10 schlafen; meine netten Gastgeber haben mir noch freundliche Worte auf einem Zettel hinterlassen. Airbnb-typisch soll ich einfach den Schlüssel an einem vorher definierten Ort hinterlegen. Ich lade also früh im WLAN noch schnell ein paar Fotos hoch und schwinge mich samt Gepäck in meinen Blauen.

Unspektakuläre Fahrt nach Kortrijk. Station Nummer eins ist die Kunsthochschule – nicht, dass ich an Kunst interessiert wäre. Aber eduroam, quasi ein europäisches Studenten-WLAN, interessiert mich für zwischenzeitliche vor-Ort-Klärung der verlassenen Lage durchaus. Ich kapituliere gegen die (Hochschul-)Technik; der Zugang scheint eine höhere Kunst zu sein. Da muss ich wohl mit meinem Mobilfunknetz vorlieb nehmen…

Weiter geht’s nach einer Online-Karte für das Kunstprojekt PLAY:KORTRIJK, welches mir Tineke und vor allem Michael empfohlen haben. Es sei eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst drinnen und draußen und überall in der Stadt, um die Kunst den Leuten in die Nähe zu bringen – meist bekomme ich bei solchen Aussagen zu moderner Kunst Fluchtreflexe, aber diese Sammlung – in der ganzen Stadt verteilt und dazu kostenfrei – die hat irgendetwas. Vielleicht verstehe ich die Inszenierung dahinter nicht – nur die Werke an sich betrachtet, durchaus nett. An moderner Kunst stört mich meist der Selbstinszenierungsdrang der Künstler dahinter, zumal ich in Deutschland (leider) das Gelaber die Volksreden der oft selbsternannten, genderneutralen „Kunstschaffenden“ auch noch verstehe. Da ich hier kein Wort verstehe, kann ich mich nur auf die Wahrnehmung konzentrieren. Das klingt viel hpchgestochener, als es ist – ich denke nicht tiefer darüber nach, das ist vielleicht besser so. Meinen Lesern steht es selbstverständlich frei, die Kunstwerke nach Herzenslust bis an ihre Grenzen zu interpretieren; ich bitte nur darum, mir diese Interpretationen nicht mitzuteilen. Derartige Kunst ohne den nervtötenden Rahmen von Wichtigkeit, Interpretation und Galerien erheitert teilweise.

Parkplatz gesucht, Parkplatz gefunden – endlich mal wieder mit Münzen bezahlbar – und von dort aus durch Kortrijk unterwegs. Sehr erfreut über die Münzzahlung bin ich, weil das Fach in meiner Fahrertür mit den ganzen Kreditkartenquittungen langsam überquillt. Die muss ich ja alle aufheben, bis die Abrechnung da ist – und das freut mich bei Centbeträgen ganz besonders.

Süß: Fußgänger und Fahrradfahrer haben eigene Verkehrszeichen, in klein.

Speziell: PLAY:KORTRIJK.

Beachtlich: der Belfried.

Soweit ein paar Stadtimpressionen aus Kortrijk, weiter unten. Da ich heute noch nach Gent zu den Genter Festen fahren werde, ist der Aufenthalt in Kortrijk nicht allzu lang. Dennoch habe ich kurz einen Buchhandel besucht, denn bei Tineke im Bücherregal stand das Buch „Hidden Belgium“, welches mein Interesse weckte. Dieses englischsprachige Werk stammt aus der „Hidden Secrets“-Serie, die es für einige Städte und Länder gibt – und viele kleine Plätze zeigt, an die man als Tourist sonst nie kommen würde. Sehr zu empfehlen.

Für Gent habe ich nun vom Parkplatz aus eine Nacht in einem ibis budget gebucht, zu sagenhaften 100,80 Euronen für eine Nacht. Ohne Frühstück, mit Parkplatz. Immerhin klimatisiert. Ich bin gespannt, was ich für diesen Preis erwarten darf – schlussendlich die günstigste, verfügbare Unterkunft. Alle zentrumsnahen Airbnbs, Bed-and-Breakfasts und Hotels sind ausgebucht. Die Genter Feste sind nunmal nach dem Oktoberfest das zweitgrößte europäische Volksfest. Ich bin gespannt und werde berichten.

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